Aus dem Betrieb · 5 Min Lesezeit · Veröffentlicht 17.9.2026
Naturstein im Treppenhaus: Warum Wischen irgendwann nicht mehr reicht
Das Foto oben zeigt eine Natursteintreppe nach unserer Grundreinigung. Vorher war derselbe Stein grau-braun und fleckig — nicht, weil dort nie geputzt wurde, sondern weil wöchentliches Wischen gegen die Art von Verschmutzung nichts ausrichtet, die sich über Jahre in einem Treppenhaus festsetzt. Dieser Beitrag erklärt, was da eigentlich passiert und warum der Unterschied so deutlich ausfällt.

Wischen entfernt Schmutz — und lässt Film zurück
In einem Mehrfamilienhaus läuft jeden Tag Straßendreck über die Stufen: feiner Sand, Reifenabrieb, im Winter Streusalz. Die wöchentliche Unterhaltsreinigung nimmt davon den losen Teil mit. Was bleibt, ist der Rest, der sich mit dem Wischwasser verbindet und beim Trocknen als dünner Film auf dem Stein zurückbleibt.
Einzeln ist dieser Film unsichtbar. Über Jahre legt sich Schicht auf Schicht, und irgendwann sieht der Stein matt und grau aus. Das ist der Moment, in dem Eigentümer und Verwaltungen anfangen, sich über die Reinigungskraft zu beschweren — obwohl die alles richtig macht. Gegen eine aufgebaute Schmutzschicht kommt ein Wischmopp schlicht nicht an.
Der Unterschied in einem Satz
Unterhaltsreinigung hält den Zustand. Grundreinigung stellt ihn wieder her. Wer jahrelang nur unterhält, verschiebt die Grundreinigung — er spart sie nicht.
Warum ausgerechnet Naturstein empfindlich ist
Naturstein ist offenporig. Anders als Fliesen mit glasierter Oberfläche nimmt er Flüssigkeit auf — und mit ihr alles, was darin gelöst ist. Deshalb setzt sich Schmutz nicht nur oben ab, sondern zieht ein.
Dazu kommt ein Fehler, der erstaunlich oft gemacht wird: Viele Hausreinigungsmittel sind sauer, weil sie gegen Kalk wirken sollen. Auf kalkhaltigem Naturstein wie Marmor oder Kalkstein greift Säure die Oberfläche an. Der Stein wird stumpf und nimmt danach noch schneller Schmutz auf. Ein Treppenhaus, das jahrelang mit dem falschen Mittel gewischt wurde, ist deshalb nicht nur verschmutzt, sondern beschädigt.
Falsches Mittel, dauerhafter Schaden
Essigreiniger und Sanitärreiniger gehören nicht auf Naturstein. Wenn eine Oberfläche einmal matt geätzt ist, holt das keine Reinigung zurück — dann hilft nur noch Schleifen, und das ist eine Steinmetzarbeit.
Wie eine Grundreinigung abläuft
- 1Steinart bestimmen. Kalkstein, Granit und Betonwerkstein vertragen unterschiedliche Mittel — das entscheidet alles Weitere.
- 2Probefläche an einer unauffälligen Stelle, meist im obersten Geschoss. Erst wenn die passt, wird weitergearbeitet.
- 3Grobschmutz trocken aufnehmen, damit später nichts über den Stein geschmirgelt wird.
- 4Alkalischer Grundreiniger, ausreichend lange einwirken lassen. Das ist der Schritt, bei dem am meisten falsch gemacht wird: zu kurz eingewirkt heißt, der Film bleibt.
- 5Maschinell oder mit Pad bearbeiten, Stufen und Kanten von Hand nachziehen.
- 6Schmutzflotte aufnehmen und mit klarem Wasser neutralisieren. Bleiben Reiniger-Reste zurück, zieht der Stein neuen Schmutz sogar schneller an.
- 7Trocknen lassen und prüfen. Bei stark belasteten Treppenhäusern braucht es einen zweiten Durchgang.
Der ganze Vorgang dauert je nach Größe und Zustand einen halben bis ganzen Arbeitstag. Das Treppenhaus ist dabei zeitweise nicht begehbar, weshalb wir solche Arbeiten mit der Verwaltung abstimmen und im Haus ankündigen lassen.
Was danach kommt
Eine Grundreinigung hält nicht ewig. Wie lange, hängt vom Haus ab: Ein Treppenhaus mit acht Parteien, Hunden und Kinderwagen sieht nach zwei Jahren anders aus als eines mit vier ruhigen Wohnungen. Als grobe Orientierung: alle zwei bis vier Jahre, bei stark genutzten Häusern öfter.
Sinnvoll ist eine Schutzbehandlung im Anschluss — eine Imprägnierung schließt die Poren, sodass Schmutz oben liegen bleibt und beim normalen Wischen mitgeht. Das verlängert den Abstand zur nächsten Grundreinigung deutlich und ist der Grund, warum wir sie fast immer mit anbieten.
Für Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften
Wenn Beschwerden über die Treppenhausreinigung kommen, lohnt ein Blick auf das Alter der letzten Grundreinigung, bevor der Dienstleister gewechselt wird. In vielen Fällen liegt es nicht an der Reinigungskraft, sondern daran, dass seit Jahren nur unterhalten wurde.
Ein Blick lohnt sich
Ob Ihr Treppenhaus eine Grundreinigung braucht, sieht man in zwei Minuten vor Ort — meist reicht ein Vergleich zwischen einer viel begangenen Stufe und einer Ecke, wo kaum jemand läuft. Ist der Unterschied deutlich, liegt Schmutzfilm auf dem Stein. Die Begehung dafür ist bei uns kostenlos und unverbindlich.
Reinigungsangebot für Bonn
Kostenlose Begehung vor Ort. Schriftliches Festpreis-Angebot binnen 24 Stunden.