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Aus dem Betrieb · 5 Min Lesezeit · Veröffentlicht 18.9.2026

Laub, Nässe und Streusalz: Was die kalte Jahreszeit mit Eingang und Treppenhaus macht

Zwischen Oktober und März sieht dasselbe Treppenhaus schlechter aus als im Sommer — bei unveränderter Reinigung. Das liegt nicht an der Arbeit, sondern daran, dass jeder Besucher Wasser, Laub und ab Januar Streusalz mit hereinbringt. Wer im Herbst zwei Dinge richtig macht, spart sich den Frust im Februar: eine funktionierende Sauberlaufzone und den Verzicht auf zu viel Pflegemittel.

Reinigungskraft wischt im hellen Treppenhaus den Handlauf, Reinigungswagen im Hintergrund

Der Schmutz kommt fast komplett von draußen

In der kalten Jahreszeit wird der weitaus größte Teil des Schmutzes in einem Treppenhaus eingetragen — an Schuhsohlen, mit Regenschirmen, mit Hundepfoten. Das erklärt, warum eine zusätzliche Reinigung pro Woche oft weniger bringt als erwartet: Zwei Tage später sieht der Eingangsbereich wieder aus wie vorher, weil die Ursache nicht im Haus liegt.

Wirksamer ist, den Eintrag zu stoppen, bevor er die Stufen erreicht. Dafür braucht es eine Sauberlaufzone, die ihren Namen verdient: Faustregel sind mindestens drei bis vier Schritte Mattenlänge im Eingang. Die üblichen Kokosmatten im Format einer Fußmatte nehmen genau einen Schritt mit — der Rest verteilt sich im Haus.

Die günstigste Maßnahme des Jahres

Eine längere Schmutzfangmatte im Eingang kostet einmalig weniger als zwei zusätzliche Reinigungsdurchgänge — und wirkt den ganzen Winter. Wichtig ist nur, dass sie regelmäßig ausgesaugt wird, sonst gibt sie den Schmutz wieder ab.

Streusalz ist das eigentliche Problem

Ab dem ersten Frost kommt Streusalz ins Haus. Auf dem Boden trocknet es zu einem weißlichen Film, der sich mit normalem Wischwasser nur teilweise löst — und beim nächsten feuchten Tag wieder sichtbar wird. Auf Naturstein und unversiegeltem Estrich arbeitet es sich zusätzlich in die Oberfläche.

Gegen Salzränder hilft kein stärkeres Reinigungsmittel, sondern das richtige: ein saurer Reiniger löst die Salzrückstände, ein alkalischer nicht. Auf säureempfindlichen Belägen wie Marmor oder Terrazzo scheidet der saure Reiniger allerdings aus — dort bleibt nur häufigeres Aufnehmen mit klarem Wasser, bevor das Salz antrocknet.

BelagIm Winter kritischWas hilft
Naturstein (Marmor, Terrazzo)Salz und säurehaltige Reiniger greifen die Oberfläche anKlares Wasser, häufig, kein Säurereiniger
FeinsteinzeugSalzfilm, matte SchleierSaurer Reiniger in richtiger Dosierung
PVC und LinoleumPflegemittelaufbau, wird rutschigWeniger Pflege, gelegentlich Grundreinigung
HolztreppenStehende Nässe an den StufenkantenNebelfeucht wischen, nie nass stehen lassen

Zu viel Pflege macht Stufen glatt

Der häufigste Fehler im Winter ist gut gemeint: Weil der Boden stumpf aussieht, wird mehr Wischpflege dosiert. Das Ergebnis ist ein Film, der Schmutz bindet und — schlimmer — die Rutschhemmung der Stufen verschlechtert. Bei nassen Schuhen ist das ein echtes Unfallrisiko, und die Verkehrssicherungspflicht liegt bei Eigentümer oder Verwaltung.

Warnschild gehört dazu

Nass gewischte Stufen im Winter trocknen langsamer als im Sommer, weil kaum gelüftet wird. Das Warnschild bleibt deshalb stehen, bis der Boden wirklich trocken ist — bei uns ist das Teil des Auftrags und keine Zusatzleistung.

Was wir im Herbst in unseren Objekten umstellen

  • Sauberlaufzone prüfen und, wo nötig, verlängern — das besprechen wir mit der Verwaltung vor Oktober
  • Matten in den Reinigungsplan aufnehmen, nicht nur die Böden
  • Eingangsbereich und erstes Podest häufiger als die oberen Etagen
  • Dosierung der Wischpflege im Winter herunterfahren statt hoch
  • Ab Januar Salzränder gezielt entfernen, angepasst an den Belag
  • Im März einmal Grundreinigung prüfen, wenn sich über den Winter ein Film aufgebaut hat

Der letzte Punkt ist der, bei dem sich der Winter entscheidet. Wer im Frühjahr einmal den Aufbau löst, startet im nächsten Herbst wieder bei null. Wer es Jahr für Jahr aufschiebt, putzt irgendwann jede Woche ein graues Treppenhaus — und wundert sich, dass mehr Frequenz nichts bringt.

Eine Anmerkung noch, weil danach oft gefragt wird: Winterdienst — also Räumen und Streuen draußen — gehört nicht zu unserem Angebot. Wir reinigen innen. Für die Fläche vor der Tür brauchen Sie einen separaten Dienstleister oder eine Regelung im Haus.

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